06.08.2011: Hertha BSC - 1. FC Nürnberg 0:1 (0:0)
1. Bundesliga, 1. Spieltag 2011/2012
Gestern zur Mittagszeit von der Ostsee-Reisegruppe einen Anruf entgegengenommen, der die Frage beinhaltete, ob ich auf Nürnberg in Berlin Bock hätte. Kurz überlegt und zugesagt. Viel zu berichten gibt es im Anschluss dieser Begegnung jedoch nicht.
Über 61.000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion bekamen Fußballmagerkost geboten. Vor dem Spiel eine ganz ansehnliche Choreographie der Ostkurve. Der Clubberer Anhang präsentierte rute Luftballons in Herzform und untermalte damit seinen liebevollen, friedvollen Wesenszug. Der Club hätte in der ersten Hälfte schon alles klar machen müssen, ließ sich aber bis zum entscheidenden Treffer dann doch etwas länger Zeit. Es ist anzunehmen, dass dies ein Willkommensgeschenk für die 1. Bundesliga-Wiederkehrer Hertha war, getreu dem Motto: spielt ruhig auch Mal mit. Die in Hälfte 1 dargebotene Langeweile wurde durch einen Flitzer jäh unterbrochen, welcher seine Wertschätzung gegenüber Schäfer unbedingt zum Ausdruck bringen wollte, was ihm auch gelang, indem er ihn persönlich begrüßen konnte. Dem Torhüter der Franken war in den Augenblicken vor dem höflichen Zusammentreffen augenscheinlich nicht ganz wohl, gab doch das Rund immer wieder lautstarke Liebeserklärungen ihm gegenüber zum besten. Aber seine Sorge war unbegründet. In der 80. Minute dann endlich das 0:1, welches uns kurz aufspringen und wohlwollend Beifall klatschen ließ. Wie das 0:2 durch einen etwas später folgenden Konter nicht zustande kommen konnte, bleibt wohl das Geheimnis der Beteiligten.
Zum in Halbzeit 2 eingewechselten Esswein kann man als objektiver Zuschauer nicht viel sagen. Der Trainer des Clubs war da anscheinend anderer Meinung und machte ihn schon nach 2 Minuten zur Minna. Was der Schiedsrichter pfiff, musste man auch öfter nicht verstehen. Zb.: der Ball max. 10 Zentimeter (!) über dem Boden, ein Nürnberger setzt zum Kopfball (!) an, während der Berliner logischerweise schon dabei ist seine Füße zu benutzen, um den Ball zu spielen und der Unparteiische pfeift gefährliches Spiel gegen den Herthaner. Gab es noch was? Stimmt, der vorübergehende Knockout des Linienrichters war ein weiterer Höhepunkt dieser Partie. Ach ja, und D.L.V. hätte an diesem Tag auch seine Freude gehabt...
Als ich dann einsam in meinem Auto den Heimweg antrat, durfte man wieder das Assivolk unter den Fußballproleten bewundern. Vor mir ein Nürnberger Auto mit Familienpublikum. An dieses schlenderten dann 3 besoffene Hertha-Fanatzen-Möchtegernposer mit einem Clubschal und einer gab halbstark bekannt: "Hier, wir haben es euch gerade gezeigt. Einen scheiß Schal von euch. Soll ich den anzünden oder darauf pissen? Nürnberg-Schweine!" Die Frankenfamilie blieb geschmeidig. Nun sollte auch mein Fahrzeug inspiziert werden, aber meine Vorfreude auf die 3 Pissnelken wurde leider abrupt im Keim erstickt, da 2 fußläufig näher kommende Nürnberger Normalos den Herthanern bereits flinke Füße bescherten. Schade, dass einem immer wieder die kleinen Freuden des Lebens genommen werden müssen.
- Borstel -